Horizontale 6.
lakowka | 27. Juli 15 | Topic 'Horizontale'
Das Handy des Mannes vibriert und vibriert, abwechselnd Nachrichten und Anrufe, er sitzt daneben, hat die Brille abgenommen und sieht müde aus. Die Frau stellt ihm einen Kaffee hin: Willst du nicht mal drangehen?, aber er schüttelt den Kopf. Die Frau geht zurück in die Küche und schneidet weiter Gemüse, als sie durch das Küchenfenster einen Sportwagen vorfahren sieht. Die Geliebte steigt aus, ihr Gesicht hat sich vor Wut rot verfärbt, sie wirft knallend die Autotür zu und läuft, rennt zur Haustür. Im nächsten Moment klingelt es Sturm. Der Mann erhebt sich langsam von der Couch und geht nun, wie wenige Tage zuvor seine Frau zur Schwiegermutter, mit diesen Schritten vorwärts zur Tür, mit diesen Schritten, die sich wünschten, sie würden in die andere Richtung führen.
Als er die Tür öffnet, schreit ihm die Geliebte entgegen: Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Glaubst du, ich lasse sowas mit mir machen? Dass du mich einfach ignorierst, du bist das Allerletzte - meinen Job und die Wohnung habe ich gekündigt, das war es für mich, schreit sie und wirft ihm eine Tasche mit seinen Sachen, die er in ihrer Wohnung hatte, entgegen. Sie dreht sich um, stößt sich an dem Blumenkübel neben der Tür, schreit noch einmal vor Wut laut auf, setzt sich in den Wagen und fährt mit durchdrehenden Reifen vom Vorplatz.
Die Frau, die dem Wagen noch durch das Küchenfenster nachsieht, murmelt: Irgendwie kann ich sie ja verstehen., seufzt, und geht ins Wohnzimmer. Der Mann hat sich wieder auf die Couch gesetzt und vergräbt das Gesicht in seinen Händen. Die Frau setzt sich neben ihn, legt ihren Arm um ihn und zieht ihn an sich. Er weint. Nun komm, wird doch alles wieder., sagt sie, hält ihn fest und streichelt seinen Rücken und sein Haar. Gegenüber steht das Hochzeitsbild. Sie sieht es lange an.
Als er die Tür öffnet, schreit ihm die Geliebte entgegen: Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Glaubst du, ich lasse sowas mit mir machen? Dass du mich einfach ignorierst, du bist das Allerletzte - meinen Job und die Wohnung habe ich gekündigt, das war es für mich, schreit sie und wirft ihm eine Tasche mit seinen Sachen, die er in ihrer Wohnung hatte, entgegen. Sie dreht sich um, stößt sich an dem Blumenkübel neben der Tür, schreit noch einmal vor Wut laut auf, setzt sich in den Wagen und fährt mit durchdrehenden Reifen vom Vorplatz.
Die Frau, die dem Wagen noch durch das Küchenfenster nachsieht, murmelt: Irgendwie kann ich sie ja verstehen., seufzt, und geht ins Wohnzimmer. Der Mann hat sich wieder auf die Couch gesetzt und vergräbt das Gesicht in seinen Händen. Die Frau setzt sich neben ihn, legt ihren Arm um ihn und zieht ihn an sich. Er weint. Nun komm, wird doch alles wieder., sagt sie, hält ihn fest und streichelt seinen Rücken und sein Haar. Gegenüber steht das Hochzeitsbild. Sie sieht es lange an.