Horizontale 7.
lakowka | 04. August 15 | Topic 'Horizontale'
Am nächsten Morgen wacht die Frau spät auf, grelles Licht scheint bereits durch die Vorhänge. Sie steht auf und geht nach unten in die Küche. Auf dem Tisch steht Frühstück, frische Brötchen, Kaffee in der Thermoskanne, Blumen. Ein Zettel: Musste zu einem Patienten, 1000 Küsse, ich liebe Dich., die Frau setzt sich, nimmt den Zettel in die Hand, plötzlich knüllt sie ihn zusammen und schreit auf, sie weint.
Kurz darauf verlässt sie das Haus, sie fährt mit dem Bus zum Bahnhof, dann weiter mit der Bahn, sie sieht ihr Spiegelbild in der Scheibe an, sie sieht sich selbst in die Augen, lange, eindringlich, aber keiner zwinkert, keiner sieht weg. Sie starrt die ganze Fahrt über in ihr eigenes Gesicht, aber es will einfach keine Reaktion kommen.
An der ihr bekannten Haltestelle steigt sie aus. Den Rest läuft sie zu Fuß, sie kennt den Weg, sie kennt ihn gut von unzähligen Malen, den sie ihn gelaufen ist. Dort vorne noch bis zum Hochhaus, dann ums Eck hinein ins Wohngebiet, dort drüben vorbei an den Gartenzäunen hin bis zu einem Kindergarten. Sie stellt sich vor das Gittertor, Kindergeschrei vermischt sich mit Vogelsingen, sie sieht einige Kinder, die soeben nach außen gebracht werden, von zwei Frauen. Die eine sieht sie an und sie sieht zurück. Die Rothaarige sagt zu ihrer Kollegin: Warte kurz, ich bin gleich zurück.
Sie läuft auf die Frau zu, schnell, und Schritt für Schritt lächelt sie mehr: Na endlich, sag mal, wo warst du denn die ganze Zeit?, aber die Frau sagt nichts. Die Rothaarige kommt aus dem Gittertor und zieht die Frau beiseite: Ich habe dich vermisst. Die Frau sagt: Ich dich doch auch, und küsst die Rothaarige.
Kurz darauf verlässt sie das Haus, sie fährt mit dem Bus zum Bahnhof, dann weiter mit der Bahn, sie sieht ihr Spiegelbild in der Scheibe an, sie sieht sich selbst in die Augen, lange, eindringlich, aber keiner zwinkert, keiner sieht weg. Sie starrt die ganze Fahrt über in ihr eigenes Gesicht, aber es will einfach keine Reaktion kommen.
An der ihr bekannten Haltestelle steigt sie aus. Den Rest läuft sie zu Fuß, sie kennt den Weg, sie kennt ihn gut von unzähligen Malen, den sie ihn gelaufen ist. Dort vorne noch bis zum Hochhaus, dann ums Eck hinein ins Wohngebiet, dort drüben vorbei an den Gartenzäunen hin bis zu einem Kindergarten. Sie stellt sich vor das Gittertor, Kindergeschrei vermischt sich mit Vogelsingen, sie sieht einige Kinder, die soeben nach außen gebracht werden, von zwei Frauen. Die eine sieht sie an und sie sieht zurück. Die Rothaarige sagt zu ihrer Kollegin: Warte kurz, ich bin gleich zurück.
Sie läuft auf die Frau zu, schnell, und Schritt für Schritt lächelt sie mehr: Na endlich, sag mal, wo warst du denn die ganze Zeit?, aber die Frau sagt nichts. Die Rothaarige kommt aus dem Gittertor und zieht die Frau beiseite: Ich habe dich vermisst. Die Frau sagt: Ich dich doch auch, und küsst die Rothaarige.